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Entwicklung
des Zellerseebades
In der
zurückliegenden Sitzung des Gemeinderats stand u.a. die zukünftige
Entwicklung des Zellerseebades auf der Tagesordnung. Nach Meinung
der UL wurde diese Diskussion zu spät geführt.
Der erste
Schritt bei der Planung solcher Projekte sollte eine Machbarkeitsstudie
sein. Mit ersten Entwurfsskizzen und Kostenschätzungen werden
dabei mögliche Wege aufgezeigt. Der Gemeinderat kann dann in
einer breitangelegten Diskussion die Rahmenbedingungen für
eine gezielte Projektplanung erarbeiten. In dieser Diskussionsphase
können die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Vorstellungen
und Anregungen beteiligt werden.
Dem Gemeinderat
wurde in einer Klausurtagung im Februar unter Ausschluss der
Öffentlichkeit das Projekt "Zellerseebad" - Kostenschätzung
8 bis 10 Mio. DM, ausgearbeitet vom Planungsbüro Prochiner
- vorgestellt. In der Sondersitzung vom 26. Juli, die auf Antrag
der UL zustande kam, stellten die Planer ihren Lösungsvorschlag
der Öffentlichkeit vor. Mit Blick auf die anstehenden Pflichtaufgaben
der Stadt wurde die Finanzierbarkeit in Frage gestellt und die Verwaltung
beauftragt, einen weiteren Vorschlag auszuarbeiten.
Verschiedene
Varianten
Der Gemeinderat
hatte nun am 05. September abzuwägen zwischen der in vier Stufen
zu verwirklichenden großen Lösung des Planungsbüros
Prochiner und einer "kleinen" Sanierungsvariante - ausgearbeitet
von Herrn Stadtbaumeister Kuntosch. Die erste Ausbaustufe der "Großlösung"
umfasst ein "Holzdeck mit Wärmehalle, Pool und Dünenlandschaft"
- Kostenschätzung 3,1 Mio. DM. Der Planungsansatz des Stadtbaumeisters
sieht eine erste Renovierung der bestehenden Altanlage mit veranschlagten
Kosten von 1,1 Mio. DM vor und in einer zweiten Stufe einen zusätzlich
Ausbau mit Wintergarten und separatem Eingang für das Restaurant
- geschätzte Gesamtkosten 2 Mio. DM.
Wie die
Expertin für das Kurwesen der UL, Frau Schmehle-Knöpfler,
ausführte,
sollen die Bürger eine attraktive Anlage erhalten, in der sie
sich wohlfühlen.
Dabei müssen die Eintrittspreise in einem verträglichen
Rahmen bleiben. In die
Planung müssen die Belange des Kurwesens mit einbezogen werden,
deren Klienten eine ansprechende Anlage mitbenützen können.
Mit einer Angebotserweiterung der Klinik, z.B. durch einen Wellness-Bereich,
wird eine engere Verknüpfung von Gastronomie, Badebereich und
Rehaeinrichtung erforderlich. Der Klinikbetrieb darf nicht durch
Lärm u. Ä. negativ berührt werden. Zum Dritten soll
natürlich mit dem "Zelle" unsere Stadt künftig
auch für Gäste ansprechender werden, dabei könnte
die Entwicklung unter dem Motto "Erholung in der Natur"
stehen. Der natürliche Charakter des Sees ist ein Qualitätsmerkmal,
das es zu erhalten gilt.
Geringer
finanzieller Spielraum
Die finanzielle
Möglichkeiten und die anstehenden Pflichtaufgaben der Stadt
-
Sanierung der Schulen - gaben den Ausschlag, dem vom Stadtbauamt
vorgelegten Sanierungskonzept den Vorrang einzuräumen. Durch
dieses Votum bleiben wesentliche Ansatzpunkte der "großen
Lösung" aus dem touristischen Bereich unberücksichtigt.
Die Fraktion der UL konnte sich nicht entschließen Millionen
in einen einzelne Bereich zu investieren, zumal nicht feststeht,
ob dieses Einzelprojekt zukünftig einen durchschlagenden Erfolg
garantiert und andere Bereiche dafür zurückgestellt werden
können. Der geringe finanzielle Spielraum unserer Stadt darf
nicht auf Jahre hinaus durch ein Projekt eingeengt werden.
Der städtische
Planungsvorschlag lässt sich in einen Bereich, der zum
Aufrechterhalten des Badebetriebs unabdingbar erforderlich ist -
sanitäre
Einrichtungen, Umkleidekabinen, Schließfächer - und in
einen gastronomischen
Bereich aufteilen. Für den Gastronomiebereich ergeben sich
weitere
Lösungsansätze. Dabei ist auch eine Privatisierung dieses
Bereiches denkbar.
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