|
UL
setzt sich durch - Mehrausgaben nicht genehmigt
Über
ein halbes Jahr hinweg musste sich der Gemeinderat immer wieder
mit unerlaubten Mehrausgaben des Bürgermeisters in Höhe
von über 20.000 Euro beschäftigen ( ).
War die UL anfangs noch die einzige Fraktion, die diese unnötigen
Ausgaben im nachhinein nicht genehmigen wollte, so wendete sich
das Blatt in der Dezembersitzung des Gemeinderates. Nach einer teils
heftigen Diskussion stimmten in einer geheimen Abstimmung 14 Gemeinderäte
gegen die nachträgliche Genehmigung der Mehrausgaben, lediglich
vier Stimmen gab es dafür.
Dieser
Beschluss bedeutet, dass der Gemeinderat nicht bereit ist diese
Kosten zu tragen. Nachdem diese Ausgaben aber tatsächlich angefallen
sind gilt es nun zu überprüfen, wer der Stadt diese ersetzt.
Dafür muss der Bürgermeister die Sachlage nun an seine
Versicherung melden und abwarten, ob diese die Kosten übernimmt.
Auch das Landratsamt interessiert sich für die Sache und wird
nach einer Rückmeldung der Versicherung entscheiden, ob und
wenn ja wie weiter vorgegangen wird und ob Bürgermeister Beetz
hier in Regress genommen werden kann.
Wie
Michael Gross in der Sitzung am 16.12.2004 für die UL-Fraktion
argumentierte lesen Sie in nachfolgender Erklärung:
Wir haben
hier nicht nur über die Erhöhung des Kassenkredits der
Kurverwaltung und über die Mehrausgaben von 20.000 Euro zu
entscheiden, sondern über die Tatsache, ob wir die notwendigen
Sparbeschlüsse ernst nehmen und uns als Gremium nicht lächerlich
machen wollen.
Es gibt
einige Gründe, die einem verantwortungsvollen Gemeinderat hier
nicht zustimmen lassen dürfen. Wir selbst haben vor einem Jahr
beschlossen, dass kein müder Euro mehr als in den Haushalts-
und Wirtschaftsplänen vorgesehen für Freiwilligkeitsleistungen
ausgegeben werden darf - selbst die genehmigten Ausgaben waren uns
noch zu hoch. Der Landrat hat uns mehrere Male darauf hingewiesen,
dass wir noch in diesem Jahr einsparen müssen.
Darauf
haben wir von der UL immer wieder hingewiesen, und das war auch
der Kurverwaltung und dem Bürgermeister bekannt. Wir haben
in vielen Sitzungen beraten, wie auch nur kleine Beträge eingespart
werden können. Am Dorfgemeinschaftshaus Reichenbach wurde eingespart,
das Licht wurde nachts abgeschaltet, ein Kindergarten geschlossen,
und so weiter.
Wir alle
haben das schweren Herzens mitgetragen, auch die anderen Fraktion
weißen immer wieder mit Recht darauf hin dass wir mehr sparen
müssen. Und was macht der Bürgermeister? Mit nur drei
Veranstaltungen gibt er einen Großteil des mühsam und
unter Protesten der Bevölkerung gesparten Geldes einfach wieder
aus. Ohne den Gemeinderat auch nur zu informieren, ja, unter Missachtung
seiner Beschlüsse, wurde vom Bürgermeister kräftig
weiter Geld ausgegeben.
4000
Euro für die Bewirtung beim LWK-Treffen, fast 7000 Euro für
den schwäbischen Musikfrühling und gar über 10.000
Euro für die Tour de Ländle wurden vom Bürgermeister
ohne Beschluss des Gemeinderates ausgegeben. Über 20.000 Euro
sind einfach so weg. Die wollen wir wieder. Es kann nicht sein,
dass der Bürgermeister macht und schafft, wie er will. Er hat
die Ausgaben veranlasst, und er hat sich auch dafür zu verantworten.
Ich appelliere
an den Gemeinderat. Wenn wir diesen Ausgaben und der Erhöhung
des Kassenkredits zustimmen machen wir uns lächerlich. Dann
fährt der Bürgermeister Schlitten mit uns. Wir können
im Vorfeld beschließen wie wir wollen, gemacht wird es sowieso
nicht wie der Gemeindrat es will. Das wird die Folge sein. Aber
noch viel schlimmer: Wir verlangen von unseren Mitbürgern in
der Stadt, dass sie auf vieles verzichten weil wir es uns nicht
mehr leisten können. Sogar Steuererhöhungen müssen
wir beschließen. Das ist notwendig und wird auch von der UL
mitgetragen. Aber dann ist es doch ein Hohn, wenn auf der anderen
Seite das Geld nur so raus läuft.
Auch
die Erhöhung des Kassenkredits unterläuft unsere Beschlüsse.
Wir alle haben zu Jahresanfang den Wirtschaftsplan verabschiedet
und mehr als deutlich gemacht, dass es maximal 180.000 Euro Trägerzuschuss
geben wird. Auch hierbei hat uns das Landratsamt unterstützt.
Heute sollehn wir ihn auf 276.000 Euro erhöhen, den Trägerzuschuss
auf 235.000 Euro. Eine Erhöhung des Kassenkredits bedeutet
de facto eine Erhöhung des Trägerzuschusses, spätestens
nächstes Jahr müssen wir das Geld über den Haushalt
finanzieren. Wir sprechen uns deshalb ebenfalls gegen den Antrag
der Verwaltung aus, den Kreditrahmen zu erhöhen. Lediglich
für Personal dringend benötigten Ausgaben stimmen wir
zu.
"Insbesondere
gelobe ich, die Rechte der Gemeinde und Ortschaft gewissenhaft zu
wahren und sein Wohl und das seiner Einwohner nach Kräften
zu fördern". Diese Verpflichtungsformal habe ich wie Sie
alle am 23.09. hier im Gemeinderat unterschrieben. Wir sind nicht
dem Bürgermeister verpflichtet, sondern der Stadt. Der Stadt
und ihrer Bürger. Und wer seine Aufgabe als Gemeinderat ernst
nimmt und nicht nur Fensterreden halten will, der kann diesen Mehrausgaben
nicht zustimmen.
-
Es gilt das gesprochene Wort -
Zurück
zum Archiv
|