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es
gilt das gesprochen Wort
UL-Stellungnahme
zum Halbjahresbericht 2003
Herr
Dieterich, in Ihrem Vortrag heben Sie die eher pessimistische Bewertung
der Konjunkturbelebung hervor. Äußerst bedenklich ist
doch aber auch, und dies betrifft die zukünftigen Haushalte,
dass die Bundesregierung bisher zu verstehen gegeben hat, dass es
beim Vorziehen der Steuerreform für die Kommunen keine Kompensationslösung
geben soll. Das bedeutet, dass die Kommunen auf sich gestellt sind
und dass zusätzlich Steuereinnahmen-Ausfälle zu erwarten
sind.
Zum bisherigen Verlauf des Haushaltsjahres 2003 verweise ich auf
die Haushaltsrede der UL und die darin aufgezeigten Brennpunkte:
- Pachtausfall
aus dem Jahre 2000 (370.000 €)
- Pachtausfall
im Jahre 2003, begründet durch die Entwicklung im Gesundheitswesen.
- Risiko
bei der Investitionshilfe aus dem Ausgleichsstock (Verringerung
um 50.000 €)
- Hohes
Risiko bei der beantragen Fachförderung - ein Ausfall von
800.000 €.
Und
dies bei den hohen Altlasten, die die Stadt aus den zurückliegenden
Krisen zu schultern hat.
Die
Mehrheit dieses Gremiums hat diesen Haushalt 2003 wider besseren
Wissens zugestimmt. Die UL hat ihre Ablehnung damit begründet,
dass dieser Haushalt auf tönernen Füßen steht und
das erzwungene Vorlegen eines ausgeglichenen Haushalts schlicht
und einfach Augenwischerei war. Die UL hat nachgefragt, Herr Kämmerer,
"wann treffen wir uns zur Beratung des Nachtragshaushaltes."
Zugegeben, eigentlich haben wir damit schon zu einem früheren
Zeitpunkt gerechnet.
Mit
dem Verweis auf unsere Haushaltsrede möchte ich nicht "Nachkarten".
Die Ul-Fraktion möchte damit lediglich herausstellen, dass
die Gründe die zur Ablehnung des Haushalts geführt haben
heute zum Großteil eingetroffen sind und damit beweisen, dass
wir keineswegs nur aus "traditionellen Gründen" Haushaltsentwürfe
ablehnen, wie es uns immer wieder vorgeworfen wird.
Um
in den nächsten Jahren einigermaßen vernünftige
Haushalte aufstellen zu können, sind Verwaltung und Gemeinderat
mehr denn je dazu aufgerufen, intensiver und konstruktiver als bisher
zusammenzuarbeiten. Dem wollen wir uns nicht verschließen.
Unter dem Hintergrund unserer immer wieder zutreffenden Voraussagen
fordern wir Verwaltung und Gemeinderat hiermit aber auf,
sich künftig stärker als bisher geschehen mit den Argumenten
und Vorschlägen der UL-Fraktion zu beschäftigen und auseinander
zusetzen.
Auf
die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und in der Welt haben
wir keinen Einfluss. Aber unsere Hausaufgaben müssen wir endlich
machen.
Die UL schlägt daher vor, dass zwei Gremien, bestehend aus
Mitgliedern des Gemeinderats sich über die Sommerpause zusammensetzten
und über zwei große und wichtige Problembereiche berät
und bis Ende September dem Gemeinderat einen Bericht vorlegt:
- Themenbereich
Bad Schussenried und Kur
Der Kurbereich ist unsere Hauptbelastung im Haushalt. Wir können
nicht agieren sondern nur reagieren, was die Geschäftsführung
der Gesundheits-GmbH uns vorlegt. Eine offensive Auseinandersetzung,
welchen Weg die Stadt Bad Schussenried hier gehen soll, welche
Möglichkeiten bestehen, wurde noch niemals ansatzweise im
Gemeinderat diskutiert. Zum Bereich Kur im weiteren Sinne rechnen
wir auch das Problem Bewegungsbad und Kurverwaltung.
- Themenbereich
Bad Schussenried und Kloster
Nach Ende der Landesausstellung steht das Neue Kloster leer, ob
und inwieweit eine Wiederbelebung des Tagungsgeschäfts ist
höchst fraglich. Politische Maßnahmen sind hier gefordert
und der Gemeinderat muss die Initialzündung geben, damit
wir in der Stadtentwicklung vorankommen. Wo soll das neu geplante
kath. Gemeindehaus hinkommen. Was geschieht mit dem Hüttenwerksgelände
und dem Alten Kloster.
Zu
diesen zwei Themenkomplexen möchte die Ul anregen zwei zeitlich
befristete beratende und nicht öffentlich tagende Ausschüsse
des Gemeinderats einzurichten, die Grundlagen für die Entscheidungen
des Gemeinderats erarbeiten sollen.
Die
Einrichtung der Ausschüsse sollte unverzüglich erfolgen,
also nicht erst nach der Sommerpause, sondern diese Pause muss genutzt
werden. Die UL meint, dass der große Sachverstand und die
Erfahrungen der Gemeinderatsmitglieder besser genutzt werden müssen.
Wir müssen agieren und nicht nur immer reagieren.
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