|
Rede
zum städt. Haushaltsplan 2002
Nachfolgend
können Sie die am 21. März 2002 im Rahmen der Gemeinderatssitzung
gehaltene Haushaltsrede des UL-Fraktion nachlesen:
Herr
Bürgermeister Beetz, meine Damen und Herren Gemeinderäte,
sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer
Was ist
eigentlich ein kommunaler Haushalt?
Ein vom Kämmerer akribisch zusammengetragenes Zahlenwerk, das
abstrakt die Richtung und Entwicklung unserer Stadt aufzeigt, mit
konkreten Auswirkungen in viele Lebensbereiche.
Was macht
das Image einer Stadt aus?
Wohnen, Ausbildung, Arbeit und Kultur bestimmen den Wohnwert einer
Stadt.
Zu einer positiven Bewertung führen:
- Preiswerter
Wohnraum,
- ausreichendes
Kindergartenplatzangebot,
- ein
umfassendes Schulangebot,
- ein
guter Wirtschaftsstandort,
- kurze
verkehrsberuhigte Einkaufswege,
- ein
pulsierendes Vereinsleben,
- ein
attraktives Kulturangebot
- und
- nicht zu vergessen - die Begleitung von kranken und alten Menschen
in ihrer letzten Lebensphase.
Hieraus
leiten sich die Pflichtaufgaben und die freiwilligen Leistungen
einer Stadt ab. Im ersten Euroetat haben sich die Zahlen halbiert,
jedoch nicht die Probleme. Deshalb muss jeder Cent dreimal umgedreht
werden und wir sollten uns nicht durch zu viele freiwillige Aufgaben
selbst die Luft für die Pflichtaufgaben abschnüren.
Neben
den Aufwendungen für die Landesausstellung 2003 prägen
drei große Investitionsvorhaben den HH 2002
- Erweiterung
Schulzentrum,
- Parkpromenade
Klosterareal
- und
Zellerseebad.
Da tut
sich was in dieser Stadt - im Bildungsbereich, beim Ausbau Stadtmitte,
beim Zellerseebad und mit der Landesausstellung 2003 - ein besonderes
Kulturangebot.
Zum
Schulbereich
Die Anstrengungen
der Stadt Bad Schussenried im Schulbereich in den nächsten
Jahren sind erheblich. Mit der eingeleiteten Erweiterung der Jakob-Emele-Realschule
für 3,3 Mio. Euro und dem erfassten Sanierungsaufwand beim
Schulzentrum von 4,7 Mio. Euro muss die Stadt in den Jahren 2002
bis 2006 insgesamt 8 Mio. Euro für diese Pflichtaufgabe im
Schulbereich aufwenden.
Der nun dokumentierte erhebliche Sanierungsbedarf zeigt aber auch,
dass die Stadt in den zurückliegenden Jahren ihre Pflicht im
Bereich Bildungseinrichtungen vernachlässigt hat.
Die UL
nimmt die Anregung des Kämmerers auf und spricht sich dafür
aus, dass die Investitionshilfen aus dem Ausgleichsstock diesen
Sanierungsmaßnahmen im Schulbereich in den nächsten Jahren
zufließen müssen. Die Gesellschaft fordert die betreute
Schule, hierfür muss ein entsprechendes Raumangebot geschaffen
werden. Das örtliche Schulangebot ist ein entscheidender Faktor
bei der Standortwahl. Der Zuzug junger Familien belebt die Nachfrage
und trägt zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Bad Schussenried
bei. Deshalb sind diese Ausgaben eine Investition in die Zukunft.
Die UL will dazu beitragen, dass Versäumtes nachgeholt wird
und trägt für die Investitionen im Schulbereich die politische
Verantwortung mit, soweit das die mittelfristige Finanzplanung zulässt.
Zum
Kindergartenbereich
Mit den
kirchlichen und den städtischen Kindergärten im Stadtkern
und in den Teilorten sowie dem Waldorfkindergarten kann die Stadt
den gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen und es steht ein vielfältiges
und überdurchschnittliches Angebot an Kindergartenplätzen
in Bad Schussenried wohnortnah zur Verfügung. Der Unterhalt
der städtischen Kindergärten und die Aufwendungen beim
Abmangel für die Kindergärten der übrigen Träger
beläuft sich auf 560.000 Euro. Bei den Aufwendungen im Bereich
Kindergarten - wiederum eine Pflichtaufgabe - wollen wir keine Einsparung.
Zur
Parkpromenade Klosterareal
Was ist
in diesem Bereich aus der Sicht der Stadt notwendig?
Ziel der Öffnung ist es, das Klosterareal an die Stadtmitte
anzubinden. Mit der Verbindung zwischen Rathaus und Kloster entsteht
ein als "historisch" zu bezeichnender Stadtkern - aus
der Sicht der Bürger, Kurgäste und Touristen eine Aufwertung
der Stadtmitte, ohne Zweifel. Im Bau- und Umweltausschuss war die
fußläufige Öffnung schon einstimmig beschlossen.
Alle Fraktionen waren sich einig, dass diese Lösung finanzierbar
(ist) und das angestrebte Ziel damit erreicht wird.
Erst
die Forderung des Grundstückverkäufers und dessen Interessen
machen die Schaffung von 45 Parkplätzen und eine neue befahrbare
Bahnüberquerung notwendig. Mit der für Autos nutzbaren
Erschließung können das angrenzende Gebäude und
Grundstück des ZfP einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt
werden. Üblicherweise werden Anrainer an den Erschließungskosten
entsprechend der Gebührensatzung mit 90 Prozent beteiligt.
In unseren Augen ist daher der Finanzierungsanteil des ZfP von 40.000
Euro zu gering.
Die erforderliche Verlegung des Bahnüberganges vom Törle
in Richtung Rathaus verteuert die Erschließung voraussichtlich
um rd. 500.000 Euro - durch das Anlegen von Stellplätzen, Überquerung
des Bahnkörpers und Absenken des Bereiches hinter dem Rathaus
auf das Bahnkörperniveau. Der Bereich hinter dem Rathaus wurde
erst vor Kurzem fertig gestellt. Er liegt außerhalb des Sanierungsgebietes
und deshalb ist der Zuschuss für den Umbau geringer. Die Verteuerung
und den zukünftigen Unterhalt trägt die Stadt.
Sicher,
kann man den Standpunkt vertreten, dass die Stadt auch mal in Vorleistung
treten muss, aber in diesem Fall ist die UL der Meinung, dass durch
diese Leistung im Bereich der freiwilligen Aufgaben der HH 2002
überdurchschnittlich belastet wird. Es macht keinen Sinn, auf
Zuschüsse zu schielen, die nur hohe Folgekosten auslösen.
Solche Zuschüsse sind äußerst fragwürdig.
Zusätzlich
Fahrzeuge durch die Stadtmitte zu führen, steht im krassen
Widerspruch zur Kurortentwicklung. Alle Fraktionen und der BM haben
sich für eine Verkehrsberuhigung der Wilhelm-Schussen-Straße
mehrfach ausgesprochen. Neidvoll schaut man auf die Nachbarorte.
Und in Bad Schussenried - statt Beruhigung morgens, mittags und
abends eine Erhöhung des Innerortsverkehrs.
Aus der
Sicht der Bürger ist das Klosterareal verkehrsmäßig
bereits von Osten aus hinreichend erschlossen und, auf dem ehemaligen
SHW-Gelände wird das Land für die Landesausstellung ausreichend
Parkplätze zur Verfügung stellen. Es zeichnet sich ab,
dass diese der Stadt auch nach 2003 noch lange zur Verfügung
stehen werden.
Der GR
hat diese Maßnahme mit 13 Stimmen beschlossen. Für eine
Maßnahme dieser Größenordnung und Tragweite keine
überzeugende Mehrheit. So darf und kann man mit Steuermitteln
nicht umgehen. Mit diesem überteuerten "Prestigeobjekt"
wird jegliche weitere Stadtentwicklung blockiert. Meine Damen und
Herren Gemeinderäte: Dafür müssen diejenigen, die
dieser Parkpromenade zugestimmt haben, die politische Verantwortung
übernehmen. Die Gemeinderäte der UL sehen sich - aus den
vorgetragenen Gründen - nicht in der Lage, in diesem Punkt
und für die Ausgaben von rd. 1,26 Mio. Euro für einen
Parkplatz die politische Verantwortung mit zu übernehmen. Die
Bürger unserer Stadt haben nur einen geringen Nutzen aus diesem
Projekt.
Zum
Tourismus und Zellerseebad
Im Gegensatz
zum Kindergarten- und Schulbereich handelt es sich bei der Parkpromenade
und beim Zellersee um so genannte Freiwilligkeitsleistungen. Die
UL ist der Ansicht, dass man bei den freiwilligen Aufgaben unbedingt
Investoren mit ins Boot ziehen muss, so dass sich die Investitionen
der Stadt vervielfältigen.
Zitat aus der HH-Rede 2001 der UL: Nach Aussage des Ba Wü Wirtschaftsministers
"mobilisiert jede Fördermark in der Stadterneuerung bis
zu acht Mark an privaten und öffentlichen Folgeinvestitionen".
In Bad Schussenried werden Investitionen keineswegs so gezielt eingebracht,
dass sich die Aussage des Wirtschaftsministers erfüllt. Irgend
etwas müssen wir falsch machen.
Im Wettbewerb um den privaten Gesundheitsurlauber und Feriengast
muss man die Möglichkeiten von Kur, Kultur, Sport und Natur
optimal verbinden. Unternehmen setzen verstärkt auf die Gesundheit
ihrer Mitarbeiter und investieren in entsprechende Angebote. Der
Gesundheitsmarkt zählt unter Experten zu den Märkten der
Zukunft. Hierzu sind marktfähige Produkte notwendig. Gäste
und Privatzahler legen zwischenzeitlich die Messlatte für ihren
Aufenthalt sehr hoch. Unsere benachbarten Kurorte haben auf diese
Entwicklung längst durch ihre attraktiven Fitness-, Wellness-
und Aktivurlaubsangebote reagiert, besonders aber durch ansprechend
gestaltete Ortskerne und Naherholungsgebiete.
Dreh und Angelpunkt für die touristische Entwicklung unserer
Stadt ist der Zellerseebereich. Es ist müßig den Planungswirrwarr
zum Zellerseebad hier noch ein Mal darzustellen. Letztendlich hat
sich das Gremium mit zwei Alternativen auseinander gesetzt und trotzdem
sind wir keinen Schritt weiter gekommen. Es fehlt an einem umfassenden
Gesamtkonzept.
Bei der
Gastronomie im Bereich Zellerseebad setzt die UL ihre Hoffnungen
auf einen Investor. Nur mit einem entsprechenden Umfeld aus Wellnessbereich
und Stellplätzen für Wohnmobillisten wäre auch eine
Ausweitung auf einen Ganzjahresbetrieb denkbar. Ein Weiteres gastronomisches
Abenteuer vergleichbar mit der Stadthalle können wir uns nicht
leisten.
Die UL
ist der Meinung, dass die vorhandene Struktur für einen Aktivurlaub
in Bad Schussenried noch gar nicht umfassend erkannt wurde und genutzt
wird, z.B. Therapeutisches Reiten, das Sportangebot der Vereine
- wie z.B. Tennis, Laufen und vieles mehr. Seit zwei Jahren liegt
ein Tourismuskonzept vor und noch keine einzige Maßnahme wurde
umgesetzt, auch die Gründung der Touristik GmbH macht keine
Fortschritte. Mit dieser zögerlichen Haltung sind keine Markanteile
zu gewinnen. Bad Schussenried muss deshalb alle Kräfte bündeln,
d.h. die Stadt zusammen mit den Kurbetrieben und der vorhandenen
privaten touristischen Infrastruktur verbesserte Voraussetzungen
für einen Urlaub in unserer Stadt schaffen.
Würde
man die Parkpromenade ohne Parkplätze realisieren, wären
Finanzmittel für eine umfassende Sanierung des Zellerseebades
frei. Zu diesem Punkt gibt es einen einstimmigen Beschluss und die
Verwaltung wurde bereits im letzten Jahr beauftragt einen entsprechenden
Förderantrag zu stellen. Warum ist dies nicht geschehen? Es
liegt keine Planung vor, die im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten
die notwendige Sanierung des Sanitärbereiches mit förderwürdigen
Maßnahmen aus dem Fremdenverkehr verbindet. Nach Meinung der
UL ist es unerlässlich, hier die Belange der Kurbetriebe und
die Erkenntnisse aus dem Frost-Konzept bezüglich Zellerseebad
mit einzubeziehen. Beim Projekt Zellerseebad heißt es wieder
ein Mal "zurück auf Los". Deshalb beantragt die UL
für den Bereich Zellersee einen Sperrvermerk. Zuerst muss ein
förderfähiges Konzept erstellt werden, das die Interessen
der Kurbetriebe mitberücksichtigt. Zudem wollen wir das Jahresergebnis
2001 und die Halbjahresentwicklung bei der Gewerbesteuer abwarten.
Zu den Teilorten
Die Unterhaltsmaßnahmen
in den Teilorten Otterswang, Reichenbach und Steinhausen sind durch
eine hohe Dringlichkeit gekennzeichnet. Erfreulich, dass man sowohl
in Reichenbach als auch in Steinhausen für die Investitionsmaßnahmen
Mittel aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) einsetzen
kann.
Endlich
ist das Dorfgemeinschaftshaus "Hirsch", nicht zuletzt
auf die Initiative der UL, auf den Weg gebracht. Wir werden uns
weiterhin dafür einsetzen, dass das Projekt vorankommt und
von den Reichenbacher Bürgern angenommen wird.
Die Platzgestaltung vor dem Haus der Vereine in Steinhausen trägt
zur Dorfentwicklung bei und ist vor dem Hintergrund der Landesausstellung
2003 unbedingt zu begrüßen.
Zum
Jugendhaus
Im Bereich Jugendhaus wirkt sich die von der UL angeregte Kooperation
mit der Stadt Aulendorf positiv auf die Personalkosten aus. Hierzu
wünscht die UL, dass der Jugendbeauftragte Herr Stölzner
dem GR vorgestellt wird und über seine Arbeit berichtet.
Zur
Landesausstellung 2003 und Kurverwaltung
In einem
Jahr wird die Landesausstellung zur Säkularisierung in Bad
Schussenried eröffnet. Bereits in diesem Haushaltsjahr kommen
Kosten durch das Rahmenprogramm zur Landesausstellung 2003 auf die
Stadt zu. Die Gesamtkosten sind aus heutiger Sicht noch nicht übersehbar.
Deshalb muss die Verwaltung für die durch die Landesausstellung
verursachten Personal- und Sachkosten einen Kostenrahmen erstellen
und diesen dem Gremium zur Genehmigung vorlegen. Weitere Kosten
werden der Stadt durch die erforderlichen Gestaltungsmaßnahmen
für die Parkplätze, die das Land auf dem ehemaligen SHW-Gelände
anlegt, entstehen.
Mit der
Landesausstellung 2003 ist die Hoffnung verbunden, dass eine Entwicklung
eintritt, die sich nachhaltig auf das Stadtmarketing auswirkt. Soll
die Stadt von der Landesausstellung profitieren, bedarf es nachhaltig
wirkender Maßnahmen:
- Aufwertung
der Innenstadt
- Verkehrsberuhigung
- Verkehrsleitplanung
- Umsetzung
von Teilprojekten aus dem Fremdenverkehrskonzept
- Umgehungsstraße
- Touristik
GmbH,
um hier
nur einige Stichworte zu nennen. Die Zeit drängt. Die Unterbringung
der Kurverwaltung und des Tourismusbüros ist noch mit vielen
Fragezeichen behaftet.
Zur
Schussenrenaturierung
Für
den beschlossenen 1. Bauabschnitt der Schussenrenaturierung sind
im Haushalt noch keine Mittel eingestellt.
Zu
den Unterhaltsmaßnahmen Stadthalle, Schulbereich
Man glaubt
es kaum, aber 3 Jahre nach Abschluss der umfangreichen Sanierung
der Stadthalle ist eine Sanierung des maroden Stadthallendaches
erforderlich.
Kosten über 100.000 Euro. Rückläufigen Pachterlösen
stehen hohe Investitionen gegenüber. Dieses Gremium hat die
Verwaltung wiederholt aufgefordert, ein Nutzungskonzept aufzuzeigen.
Die UL wiederholt diese Forderung, dass für die Stadthalle
ein Nutzungskonzept erarbeitet wird, welches nicht nur auf dem Papier
steht sondern auch umgesetzt wird.
Der Schulbetrieb
im Winter 2002/03 ist nur sichergestellt, wenn der altersschwache
Heizkessel ersetz wird. Eine Unterhaltsmaßnahme mit hoher
Dringlichkeit. Kosten 150.000 Euro. Eine moderne Hackschnitzelheizung
lässt der "ausgemostete" HH 2002 wohl nicht mehr
zu. Die umfassenden Planungsaktivitäten bezüglich einer
energie- und umweltbewussten Heiztechnologie für Schulzentrum,
Turnhalle, Stadthalle und Grundschule müssen auf Eis gelegt
werden, in der Hoffnung "aufgehoben ist nicht aufgeschoben".
Der GR
wird wohl weiterhin jährlich mit solchen überraschenden
Unterhaltsmaßnahmen rechnen müssen. Die UL erwartet von
der Verwaltung einen Maßnahmenkatalog mit Kostenschätzungen
und einen Zeitplan, woraus man frühzeitig erkennen kann, zu
welchem Zeitpunkt welche Aufwendungen für Unterhaltsmaßnahmen
anfallen. Man kennt doch die Lebensdauer eines Heizkessels.
Zum
Gesundheitswesen
Große
Sorgen machen uns die Veröffentlichungen über und Diskussionen
um das Gesundheitswesen. Die durchaus positive Entwicklung in unseren
Kurkliniken im zurückliegenden Jahr darf nicht als selbstverständlich
hingenommen werden. Ob sie sich so fortsetzt, ist fraglich. Zwei
zurückliegende Kurkrisen müssen zur Vorsicht mahnen. Eine
dritte Kurkrise werden unsere Kurkliniken nicht überleben.
Selbst bei positiver Entwicklung werden uns die Schulden aus dem
Kurbereich noch über viele Jahre begleiten.
Zum Schuldenstand
Bad Schussenried
zählt zu den am höchsten verschuldeten Kommunen des Landes
und trotzdem planen wir Projekte, die Finanzmittel binden, hohe
Folgekosten verursachen und ausschließlich konsumtive Ausgaben
darstellen. Es ergibt sich kein Mittelrückfluss und es werden
keine privaten Investoren motiviert, sich an Projekten zu beteiligen
bzw. in unserer Stadt zu investieren.
Mit einem Schuldenstand von ca. 25.000 Euro wird die Stadt am Jahresende
fast schuldenfrei sein, jedoch nur, weil die Schulden auf die Eigenbetriebe
verlagert wurden. Ein schuldenfreier städtischer HH ist schlichtweg
eine Augenwischerei. Die UL ärgert sich, dass die Schulden
der Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung mit dem
Begriff so genannter rentierlicher Schulden verniedlicht werden.
Nur weil der Kapitaldienst über die Gebühren der Privathaushalte
finanziert wird, bleiben es doch Schulden. Hier wird direkt mit
dem Geld der Bürger operiert und die UL stemmt sich gegen die
verharmlosende Darstellung dieser Schuldenlast.
Fazit
Die Aufwendungen
für die 3 Großprojekte - Schulzentrum, Parkpromenade
und Zellerseebad - erfordern im Jahr 2002 eine Rücklagenentnahme
von 2,7 Mio. Euro. Mit diesem kräftigen Griff in den Rücklagentopf
werden die Reserven der Stadt im laufenden Jahr aufgebraucht.
Der finanzielle
Handlungsspielraum verkleinert sich wie in keinem Jahr zu vor -
der mittelfristige Finanzplan zeigt dies deutlich auf. Selbst in
den Krisenjahren 1996/97 blieb der Stadt ein Mehrfaches an Rücklagen.
Nach dem vorliegenden HH-Entwurf gibt die Stadt alle verfügbaren
Reserven aus. Zukünftige Aufgaben könnten nur noch über
eine Neuverschuldung und damit auf Kosten der nachfolgenden Generation
bewerkstelligt werden. Das ist ein unverantwortliches Vorgehen.
Bund und Länder schrauben die Neuverschuldung auf null zurück.
Für die Kommunen bedeutet dies, dass sich der Fördermittelstrom
verringern wird. Die Stadt wird in den nächsten Jahren nicht
in der Lage sein, die bis 2007 zur Verfügung stehenden Sanierungsmittel
abzurufen, weil sie ohne Kreditaufnahme die Mittel für den
Eigenanteil nicht aufbringen kann. Es wäre nicht der erste
Schulbau, der in Bad Schussenried mangels Masse eingestellt würde.
In der Verantwortung des BM liegt es, den finanziellen Spielraum
abzustecken und dem GR aufzuzeigen, was finanzierbar ist.
Nach
Meinung der UL ist es nicht verantwortbar, die geplanten Projekte
im vorgelegten Umfang zu finanzieren. Die UL kann daher dem vorliegenden
HH-Entwurf so nicht zustimmen, vor allem wegen der zu hohen Kosten
bei der Parkpromenade. Wir sind nicht bereit eine Finanzierung mit
zu verantworten, die unserer Meinung nach die Stadt zwangsläufig
in eine Neuverschuldung treibt. Wir können es nicht zu lassen,
dass der nachfolgenden Generation eine noch höhere Schuldenlast
aufgebürdet wird, als die die Jetzige ohnehin schon schultern
muss.
Stellungnahme
zur Verabschiedung des Haushalts 
UL-Rechnung
zur Parkpromenade 
Zurück
|