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Redebeitrag
der UL-Fraktion zur Verabschiedung des städtischen Haushaltsplanes
2002
Es
gilt das gesprochene Wort
Herr
BM Beetz, meine Damen und Herren Gemeinderäte,
die UL-Fraktion
hat sich mit dem HH 2002 intensiv auseinander gesetzt und obwohl
der HH 2002 eine Menge guter Entwicklungen für die Stadt Bad
Schussenried aufzeigt, müssen wir den HH 2002 ablehnen. Dieses
Nein möchte ich begründen:
Die UL
stimmt der Investition für die Erweiterung der JE-Realschule
zu. Die UL sagt ja zur Investition DGH Reichenbach. Die UL ist für
die Ausgaben im Kindergartenbereich. Die UL befürwortet die
Unterhaltsmaßnahmen in den Teilorten Otterswang und Steinhausen.
Die UL stimmt der Investition für die Schussenrenaturierung
zu. Die UL wird auch den maßvollen Ausgaben für das städtische
Rahmenprogramm zur Landesausstellung 2003 zustimmen. Wir sagen ja
zum HH 2003, HH 2004, HH 2005 für die Verwendung der Investitionshilfe
aus dem Ausgleichsstock für die Sanierung des Schulzentrums.
Sie sehen, wir können durchaus auch Ja sagen, aber nicht bei
den Investitionen von 1,26 Mio. Euro für die Parkpromenade.
Dieses Nein will ich mit einem Vergleich verdeutlichen.
Kein
wirtschaftliches Konzept
Was hat
das Bewegungsbad und die Parkpromenade gemeinsam bzw. worin unterscheiden
sie sich. Beim Bewegungsbad handelte es sich um eine Investition
von 7 Mio. DM bei der PP um 2,5 Mio. DM, etwas weniger als ein Drittel.
In beiden Fällen wurden dem GR die Rahmenbedingungen von außen
aufgedrängt. Beim BW hat die BfA bestimmte Standards gefordert,
bei der PP der Grundstückseigentümer. Beim Bewegungsbad
konnte die Vw dem GR ein wirtschaftliches Konzept vorlegen. Die
Vw konnte den Beweis führen, dass mit der Investition 120 Arbeitsplätze
im Kurbetrieb abgesichert werden sollen. Das die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen wegbrechen, konnten nur die erahnen, die mit dem
Gesundheitswesen eng vertraut waren und den Donnergroll richtig
interpretierten.
Für
das Projekt PP liegt kein wirtschaftliches Konzept vor. Wir können
nicht erkennen, wo Arbeitsplätze abgesichert werden könnten
oder gar Arbeitsplätze mithilfe dieser Investition entstehen.
Parkpromenade
nicht geeignet
Ziel
der Investition ist die Aufwertung der Stadtmitte. Für einen
Spaziergang ist die Parkpromenade wenig geeignet. Eine etwas bessere
Gelegenheit bieten der Kurpark und der Bereich Zellersee. Es ist
davon auszugehen, dass im Bereich der PP im Schritttempo gefahren
wird, aber in dieser Fußgängerzone kann man nicht Einkaufen,
und Autos schaut man sich besser im Autopark Gebhart im Industriegebiet
an.
Bleibt
nur der Historische Aspekt. Ob die ehemaligen Bauherren diese Verbindung
geplant hatten, ist nicht dokumentiert. Man kann sich jedoch dem
Argument "hier wird Herz und Seele verbunden" durchaus
anschließen. Das Öffen und gleichzeitige Verbinden von
weltlichem Machtzentrum und ehemaligem geistigen Zentrum hat seinen
Reiz. Aber ob dies mit einer Investition von 1,26 Mio. Euro erfolgen
soll?
Steuergelder
und Kreditaufnahme
Herr
Heinzelmann, sie haben an den Frondienst der Bauern erinnert. Die
Bauern mussten ihre Gespanne, Fuhrwerke und Arbeitskraft in den
Dienst des Klosters stellen, z.T. in einem solchen Ausmaß,
dass sie ihre eigenen Felder nicht mehr bewirtschaften konnten.
Heute machen wir das wesentlich subtiler.
Wir nehmen zur Finanzierung Steuergelder - aus unseren Taschen und
bei einer Kreditaufnahme aus den Taschen der nachfolgenden Generation
- und die Bürger müssen auch heute noch hart dafür
arbeiten. So viel hat sich gar nicht geändert.
Die historische
Gebäudekulisse macht sich mit einem sportlichen Auto zusammen
sicherlich ganz gut in der Werbung im eigentlichen Sinn war das
Kloster ein Ort der Kontemplation. Ob wir mit einem Parkplatz diesem
Klosterareal gerecht werden ist mehr als fraglich.
In der
Demokratie muss es auch Gegenstimmen geben. Einem einstimmigen Beschluss
muss ein Kompromiss vorausgehen, der alle Bedenken und Einwände
ausräumt. Der Einwand, dass das Investitionsvolumen zu hoch
ist im Verhältnis zum Nutzen und das der Hauptnutznießer
einen zu geringen Kostenanteil übernimmt, konnte nicht ausgeräumt
werden.
Die Rede
zur Einbringung des Haushaltplanes 
UL-Rechung
zur Parkpromenade 
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