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Stellungnahme
zur Verabschiedung des städt. Haushaltplanes 2001
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister Beetz, meine Damen und Herren Gemeinderäte,
der
Gemeinderat hat ein neues Mitglied und auch er ist wie die übrigen
Gemeinderäte angetreten, um an einer positiven Stadtentwicklung
mitzuwirken. Bei einem Investitions- und Finanzierungsplan, der
unter einem selbst verursachten Zeitdruck mit erheblichen Mängeln
entstanden ist, kann man den Kopf nicht in den Sand stecken. Es
ist um ein Vielfaches leichter, einem ausgewogenen Haushaltsplan
zu zustimmen, als die Finger in offenen Wunden zu legen.
Angenommen,
der Gemeinderat hätte dem Haushaltsplan 2001 ohne Änderungen
zu gestimmt. Wäre dies nicht der Bankrott der Stadt Bad Schussenried
spätestens im Jahr 2003 gewesen? Alle Anstrengungen beim Schuldenabbau
in den zurückliegenden Jahren wären zu Nichte gemacht
worden und beim verbleibenden hohen Schuldenstand wäre eine
Kreditaufnahme unumgänglich geworden.
Durch
eine Erweiterung der Verwaltung ist der Antrag der CDU bezüglich
der Verwendung des Löwensportplatzes als Bebauungsobjekt ohne
Diskussion im Gemeinderat in den Haushaltsplan 2001 gerutscht. Die
Zuführung des Sportplatzes an der Löwenstraße einer
geänderten Nutzung muss dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt
werden. Für diesen historisch gewachsenen Platz, der durch
die Stadtentwicklung nach dem Kriegsende, eine zentrale Lage einnimmt,
wäre bezüglich einer Nutzenänderung eine Bürgerbeteiligung
angemessen. Gauturnfeste, sportliche Erfolge des Fußballvereins,
Kinder- und Magnusfeste, Erinnerungen für Jung und Alt, über
diesen Platz muss noch gründlich nachgedacht werden. Dieser
Platz kann nicht ohne weiteres in die Hände eines Investors
gegeben werden.
Der
Verwaltung liegt ein Gemeinderatsbeschluss zur Gründung einer
Tourismusgesellschaft bei gleichzeitiger Auflösung der Kurverwaltung
vor. In Sachen Stadtmarketing bahnt sich für Bad Schussenried
eine positive Entwicklung an und wesentliche Aufgabenbereiche der
städtischen Kurverwaltung werden zukünftig entfallen.
Mit einer Kürzung des Trägerzuschusses an die städtische
Kurverwaltung um 100.000 DM würde u. E. das richtige Signal
für die Ernsthaftigkeit zur Gründung einer Tourismusgesellschaft
gesetzt.
Mit
dem Sperrvermerk beim Projekt Sommerbad haben wir zwar Zeit gewonnen,
aber das Problem noch nicht gelöst. Der Gemeinderat und die
Ausschüsse werden sich in Ihren Sitzungen noch des Öfteren
mit diesem Projekt befassen müssen. Viel Zeit, Energie und
Planungskosten wurde bereits in das Projekt Sommerbad investiert
und noch einmal so viel an Zeit, Energie und Planungskosten wird
der Gemeinderat und die Verwaltung zum Zurückrudern aufbringen
müssen.
Mit
der geplanten Erschließung des Sanierungsgebietes Neues Kloster/SHW
wird sich das Verkehrsaufkommen in der Stadtmitte erhöhen.
Herr Mayer, sie haben hier im Gemeinderat schon des Öfteren
die chaotische Parkierung in der Biberacherstraße erörtert
und uns allen ist die Misere bekannt. Mit dem Parkplatz im Stadtzentrum
wird sich die Blechlawine über die Wilhelm-Schussen-Straße
bis über den Vorplatz der Magnuskirche und in den Schlosshof
ergießen. Um mit den Worten des Herrn Bürgermeisters
zu argumentieren: Wollen wir das? Wollen wir das wirklich?
Bisher ist der Schlossplatz nur für den Anliegerverkehr freigegeben
und schon bald nach Fertigstellung des Parkplatzes wird man mit
Pfosten und Ketten die Parkierungsmöglichkeiten eingrenzen
müssen. Wir sehen durchaus die Notwendigkeit einer Verbindung
zwischen Rathaus und neuem Kloster mit einer Parkanlage und dem
Erhalt des alten Baumbestandes. Durch Tagungsgäste zugeparkte
barocke Kleinodien verlieren aber für die Touristen, Kurgäste
und die Bürgerinnen und Bürger ihre Attraktivität.
Das
Sanierungsgebiet Neues Kloster/SHW wird begrenzt durch den Lindengarten
und durch das Areal Oberes Bräuhaus, beides mögliche Standorte
für das erforderliche Hotel im Stadtkern. Als der Gemeinderat
dem Planungsauftrag zugestimmt hat, wurde von allen Fraktionen die
Forderung erhoben, die Erschließungsplanung in ein Gesamtkonzept
für das Sanierungsgebiet einzubinden. Herr Denninger, sie haben
dies deutlich formuliert. Die CDU favorisiert die Erschließung
von der Umgehungsstraße entlang der Bahnlinie, die Freien
Wähler eine Erschließung von der Biberacherstraße
ebenfalls entlang der Bahnlinie und die UL die Erschließung
von Osten her. Keine dieser Varianten wird durch den vorgelegten
Plan berücksichtigt. Der zukünftige Standort des, für
den Tagungsbetrieb und für das Jahr 2003, notwendige Hotel
wird ebenfalls nicht berücksichtigt. Dieser Parkplatz ist nur
auf das neue Kloster ausgerichtet und damit springen wir zu kurz.
Die UL bedauert, dass die übrigen Fraktionen, den im letzten
Jahr bestehenden Konzens einem Parkplatz im Klostergelände
nur dann zu zustimmen, wenn ein schlüssiges Verkehrskonzept
vorliegt - aufkündigen.
Bei
der Erschließung Neues Kloster/SHW drängt sich der Vergleich
mit dem Bewegungsbad auf. Eine hohe Investition am verkehrten Ort
und immens hohe Unterhaltskosten ohne den entsprechenden wirtschaftlichen
Erfolg.
Eine
Frage sei noch erlaubt. Wie hoch sind eigentlich die Kostenanteile
der übrigen Gesellschafter des Neuen Klosters? Wie hoch ist
die Beteiligung an den Unterhaltskosten? Die Stadt, als der kleinste
Teilhaber, trägt die gesamte Last! Zu mindest für einen
Lastenausgleich müsste gesorgt werden.
Herr
Bürgermeister, trotz Ihrer Ausführungen, hinsichtlich
der Stadtentwicklung und dem Ausstellungsjahr 2003 ist das Jahr
2000 ein verschenktes Planungsjahr. Wir könnten heute schon
viel weiter sein. Der Gemeinderat hat ihnen Herr Bürgermeister
Beetz im vergangenen Jahr wiederholt die Hand zur Zusammenarbeit
gereicht. Nun blockiert uns die Nachplanung, obwohl wir uns eigentlich
schon mit den Investitionen für das Jahr 2002 beschäftigen
sollten. Mit einer schlüssigen Hotel- und Parkplatzplanung
könnte der Beweis vorgelegt werden, dass die Bad Schussenrieder
bereit sind, die sich ihnen bietende Chance zu nutzen. Mit diesen
flankierenden Maßnahmen könnte bezüglich dem Sanierungsgebiet
Neues Kloster/SHW dann auch der erforderliche Druck auf die Landesregierung
ausgeübt werden.
Aus
den aufgeführten Gründen können wir dem vorgelegten
Haushaltsplan 2001, dem Wirtschaftsplan städtische Kurverwaltung
2001 und der nachfolgenden mittelfristigen Finanzplanung 2001 -
2005 nicht zustimmen.
Die
UL bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Stadt Bad Schussenried für das Geleistete.
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