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Aus
der Schwäbischen Zeitung Biberach vom 27.11.2002
Bürgermeister
Beetz meldet katastrophale Finanzsituation
Von einer katastrophalen Entwicklung der städtischen Finanzsituation
informierte jüngst Bürgermeister Georg Beetz den Gemeinderat.
Fehlten noch im Sommer zum Ausgleich des Verwaltungshaushaltes 2003
rund 115 000 Euro, ist zwischenzeitlich die Finanzierungslücke
auf 1,8 Millionen Euro angestiegen.
Die Ursachen
dafür sind vielfältig und kommen von außen: Erstmals
in den vergangenen zehn Jahren werde die Stadt die jeweils vorsichtig
angesetzte Gewerbesteuereinnahme nicht erreichen, führte Beetz
aus. So sei der Stadtkämmerer noch im September davon ausgegangen,
dass die im Haushalt eingestellten 2,25 Millionen Euro knapp erreicht
werden könnten. Zwischenzeitlich kann maximal mit einer Gewerbesteuer
in Höhe von 1,6 Millionen ausgegangen werden. Dies dürfte
wohl auch für 2003 die Obergrenze bedeuten, was einen weiteren
dramatischen Einnahmeausfall bedeute. Darüber hinaus sei mit
weiter verringerten Pachtleistungen durch das Gesundheitszentrum,
Erhöhung der Kreisumlage, gestiegene Abgaben und Aufgabenzuwächse
zu rechnen.
Dies
bedeute, so Beetz weiter, dass im Jahr 2003 kaum eine Investition
möglich sein werde. Darüber hinaus werde das Jahr 2003
aufgrund der Landesausstellung zusätzliche Anstrengungen mit
sich bringen. Diese seien jedoch gerechtfertigt, so der Bürgermeister,
da damit große Chancen im Bereich Tourismus und Stadtmarketing
verbunden seien. Gerade in Zeiten knapper Kassen sei es von großer
Bedeutung, sich bietende Chancen zu nutzen und nicht in Lethargie
zu verfallen. Ohne drastische Einschnitte in allen Bereichen der
kommunalen Struktur werde es jedoch nicht gelingen, die Kommunalfinanzen
der künftigen Jahre in den Griff zu bekommen.
Gemeinderat
und Bürgermeister waren sich darin einig, dass alle Bereiche
der Stadt auf den Prüfstand müssen. Bereits für den
laufenden Haushalt beschloss das Gremium einen Stop der Investitionen,
um dadurch gewisse Mindestspielräume zu erhalten. Nach wie
vor halten Verwaltung und Bürgervertretung an der Zielvorgabe
fest, für 2003 einen ausgeglichenen Haushalt ohne Erhöhung
der Realsteuerhebesätze und ohne Kreditaufnahme zu erreichen.
Ob und inwieweit dies erreicht werden könne, werde der Stadtkämmerer
nun erarbeiten. Einigkeit bestand dabei auch in der Einschätzung,
dass für zusätzliche Investitionen keine Spielräume
blieben. Investitionsspielräume bestünden noch in den
Bereichen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Hier würden
sich jetzt die Umstrukturierungsmaßnahmen durch die Bildung
von Eigenbetrieben bewähren.
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