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Fahrplankonferenz der Deutschen Bahn

Das Ergebnis der diesjährigen Fahrplankonferenz in Ulm kann sich für Bad Schussenried sehen lassen: der bisherige Bedienungsstandard unserer Kurstadt bleibt erhalten. Das wichtigste hieran ist der durchgängige Stundentakt sowohl Richtung Friedrichshafen als auch Richtung Ulm. Dies gilt allerdings nur bis 2003. Denn wenn es nach dem Willen der "Initiative Oberschwaben", einem Zusammenschluß der Stadt- und Landkreise, Regionalverbände und IHK´s entlang der Südbahn geht, soll zwischen Lindau und Stuttgart künftig ein Fernverkehrszug im Zweistundentakt verkehren, der Bodensee-Oberschwaben-Express. Dieser würde, wie damals der InterRegio, ausschließlich die größeren Städte bedienen und die Nahverkehrszüge, die auch die Kleinstädte wie Bad Schussenried anfahren, verdrängen.

Von Manfred Blumenschein
Fahrgastverband Pro Bahn

Auf der diesjährigen Fahrplankonferenz in Ulm wurde letzte Woche der Jahresfahrplan 2003 der Deutschen Bahn, u.a. für die Region Oberschwaben, vorgestellt. Aufgrund einer europaweiten Umstellung der Fahrplanperioden gilt vom 9. September bis zum 14. Dezember 2002 zunächst ein sogenannter Übergangsfahrplan. Dem schließt sich ab dem 15. Dezember 2002 der eigentliche Jahresfahrplan 2003 an.

Vorerst kaum Änderungen in Bad Schussenried

Für den Übergangsfahrplan ab dem 9. September 2002 ändert sich für Bad Schussenried zunächst nicht viel. Der bisherige Stundentakt bleibt im wesentlichen erhalten und wird durch die sogenannten InterRegioExpress-Züge (IRE), welche mit den früheren RegionalExpress- bzw. Eilzügen identisch sind, gefahren.

Neu eröffnet wird der Haltepunkt Biberach-Süd zum Anschluß des Berufsschulzentrums. Die Bedienung erfolgt jedoch nur von Norden her. Die RegionalBahnen sollen künftig in Biberach-Süd wenden, was aufgrund fehlender Weichen zur Zeit allerdings nicht möglich ist. Das Wendemanöver wird deshalb nach Bad Schussenried verlegt, so daß hierdurch für unsere Kurstadt in den Berufsschulzeiten ein Halbstundentakt in Richtung Ulm entsteht. Leider nur vorübergehend bis zum Einbau der entspechenden Weichen, was im Laufe des Jahres 2003 erfolgen soll. In diesem Zusammenhang ist übrigens angedacht, diese Züge während der Landesausstellung 2003 bis zum Törle durchfahren zu lassen.

Verknüpfung mit BOB abgelehnt

Die dauerhafte Durchbindung der "Berufsschulzüge" nach Aulendorf und die Verknüpfung dort mit der BOB Richtung Friedrichshafen wird vom Landratsamt Biberach aus Finanzierungsgründen derzeit abgelehnt. Diese soll erst mit der Stufe 3 des Nahverkehrskonzepts des Landkreises in Angriff genommen werden, d.h. frühestens nach der Fertigstellung der Südkuve in Laupheim (nicht vor dem Jahr 2004). Der südliche Landkreis Biberach wird also noch geraume Zeit im Verkehrsschatten der Region Biberach - Ulm verbleiben.

Ebenfalls am 9. September 2002 soll der Haltepunkt Ulm-Donautal in Betrieb gehen. Dieser Halt ermöglicht erstmalig die direkte Bedienung des größten Ulmer Industriegebiets (ohne erst mit der Bahn bis zum Ulmer Hauptbahnhof und dann wieder zurück mit dem Bus fahren zu müssen) und könnte aufgrund der frühen Anbindung (erster Zug Bad Schussenried ab 5.00 Uhr, Ulm-Donautal an 5.36) sogar für Schichtarbeiter interessant sein. Der Haltepunkt soll Fahrradabstellplätze mit abschließbaren Boxen erhalten und an den Ulmer Stadtverkehr angeschlossen werden.

InterCity ohne Halt in Bad Schussenried

Der künftige Jahresfahrplan 2003 ab dem 15. Dezember 2002 ist erst in Umrissen bekannt. Der Stundentakt auf der Südbahn bleibt weiterhin bestehen, die Südbahnzüge sollen jedoch statt bisher dreimal am Tag nunmehr alle 2 Stunden bis Stuttgart verlängert werden. Allerdings wird ein IRE-Paar durch den Inter City Dortmund - Lindau (Ulm ab 18.11, Gegenrichtung Ulm an 9.44) ersetzt, wie zu erwarten leider ohne Halt in Bad Schussenried.

Bedeutender für Bad Schussenried und auf der Fahrplankonferenz eher am Rande erwähnt, ist die Forderung der "Initiative Oberschwaben". Diese will das Rad zurückdrehen und, als Ersatz für die im Juni 2001 eingestellte InterRegio-Verbindung, zwischen Lindau und Stuttgart wieder eine schnelle, umsteigefreie Direktverbindung einführen, den Bodensee-Oberschwaben-Express. Dieser soll, wie damals der InterRegio, zwischen Friedrichshafen und Ulm nur noch Ravensburg, Aulendorf und Biberach bedienen. Bad Schussenried hätte wieder das Nachsehen und würde seinen vollwertigen Stundentakt verlieren.

Neues Konzept schlechter für Bad Schussenried

Als Vorgriff hierauf plant die Bahn ab 2003 ein IRE-Sprinter-Paar zwischen Friedrichshafen und Stuttgart mit Halt auf der Südbahnstrecke nur in Ravensburg und Biberach. Dieses Testangebot in bester Fahrplanlage (Biberach ab 6:29, Stuttgart an 7.56, Gegenrichtung Stuttgart ab 16.02, Biberach an 17.24) wird zeigen, ob sich eine derartige, schnelle Fernverkehrsverbindung mit nur wenigen Halten, in ländlichen Flächenregionen überhaupt wirtschaftlich trägt und könnte somit einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte um die InterRegio-Nachfolge leisten. Nach Ansicht von Pro Bahn sind Flächenregionen wie die unsere durch vertaktete Nahverkehrszüge mit Fernverkehrsanschlüssen in Ulm besser bedient als durch Direktverbindungen nach Stuttgart die nur den Kreisstädten dienen. Das gilt sogar für Biberach. Nimmt man bis Ulm den IRE und steigt dort auf den ICE um, ist man immer noch 10 Minuten früher in Stuttgart als mit dem IRE-Sprinter oder früher dem InterRegio.