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Bündnis
90/Die Grünen Biberach
Unabhängige Liste Bad Schussenried
Neue
Landwirtschaftspolitik:
Große Chancen - Große Gefahren
Am vergangenen
Freitag besuchte Matthias Berninger, Parl. Staatssekretär im
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft den Kreis Biberach und sprach mit betroffenen Landwirten,
Tierärzten und Landschaftsschützern. Anschließend
referierte er in Bad Schussenried vor 50 interessierten Zuhörern
über die neue Landwirtschaftspolitik der Regierung.
Zu Beginn
der Abendveranstaltung im Katholischen Gemeindehaus begrüßte
Beate Jeske-Wilzek, die grüne Zweitkandidatin für die
Landtagswahl die zahlreich erschienenen Zuhörer im Namen der
beiden Veranstalter: Kreisverband Bündnis90/Die Grünen
und die Unabhängige Liste Bad Schussenried.
Eugen
Schlachter, Landtagskandidat der Grünen, stellte das Wahlprogramm
seiner Partei vor und kritisierte vor allem die unseriöse Finanzpolitik
der jetzigen Landesregierung. "Da wird Geld ausgegeben und
versprochen, das man noch gar nicht hat", lautete sein Kommentar
zu den bereits verplanten Erlösen aus dem Verkauf von EnBW,
dessen Genehmigung noch unsicher ist.
Berninger
fordert strategische Neuorientierung und Agrarwende
Matthias
Berninger, der seit zwei Wochen im neu geschaffenen Ministerium
mit Ministerin Künast an einem neuen Konzept für die Landwirtschaft
arbeitet, begann seinen Vortrag mit den Worten:" In einem solchen
Ministerium kann man viel falsch machen - es ist auch viel falsch
gemacht worden!". In Deutschland habe kein Politiker an BSE
Fälle im eigenen Land geglaubt, aber in dem Moment wo man anfinge
zu testen, habe man auch BSE Fälle. Jedes 7000. Rind, egal
in welchem Land, stelle sich als infiziert heraus. "Jede Massentierhaltung
benötigt Antibiotika und beinhaltet Risiken", so der Staatssekretär.
Es brauche eine strategische Neuorientierung- eine Agrarwende. Diese
könne nur mit allen, an der Nahrungskette Beteiligten gelingen.
Ohne die Bereitschaft von Landwirtschaft, Handel und Ernährungsindustrie,
sowie den Verbrauchern gehe diese Umstellung nicht. Allerdings müssen
zukünftig die Lebensmittel auch für Alle bezahlbar bleiben.
Damit die Verbraucher wieder Vertrauen in ihre Lebensmittel haben
können, möchte die Ministerin die vielen Qualitätssiegel
auf zwei wesentliche Labels reduzieren: Ökologischer Landbau
und Artgerechte Tierhaltung. Diese Labels sollen nur an geprüfte
und sichere Lebensmittel vergeben werden. Die neuen Produkte müssten
in den Verkaufsregalen gut plaziert werden, und die Verbraucher
können dann mit dem Einkaufszettel abstimmen.
Herdentötung
notwendig
Die Herdentötung
bei einem aufgetretenen BSE Fall sei momentan notwendig um den Verbrauchern
Sicherheit zu geben. Die zusätzliche Tötung von 400 000
Rindern in den kommenden Monaten sei ebenfalls notwendig, da derzeit
kein Rindfleisch auf dem Markt abgesetzt werden könne. Ministerin
Künast habe aber erreicht, dass dafür älteres, nicht
getestetes Fleisch aus den Beständen genommen wird, und durch
getestetes Fleisch ersetzt wird.
Ob die
Agrarwende gelingt, läge aber hauptsächlich an den Ländern.
Diese haben die Verantwortung für die neuen Gesetze. Im Bundesrat
stelle sich dann heraus, ob in der Zukunft auch Baden Württemberg
eine fortschrittliche Rolle in der Agrarpolitik spielen wird.
Bei der
anschließenden Fragerunde konnte man die Betroffenheit der
Zuhörer, vor allem der anwesenden Landwirte heraus hören.
"Wählen
Sie grün, damit ihnen ihr Essen wieder schmeckt!"
Zum Schluss
der Veranstaltung appellierte der Landtagskandidat der Grünen,
Eugen Schlachter an alle Zuhörer durch ihr Wahlverhalten dazu
beizutragen, dass eine neue Landwirtschaftspolitik möglich
wird. "Wählen Sie grün, damit ihnen ihr Essen wieder
schmeckt!", war seine Aufforderung.
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