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Stellungnahme
der UL-Fraktion in der GR-Sitzung am 04.03.2004
es
gilt das gesprochene Wort
Abbau
von Kindergartenplätzen
Dass
die Kindergartenlandschaft nach dem 01. August 2004 und 2005 eine
andere sein wird als heute, ist unumstritten. Durch die rückläufige
Kinderzahl und die finanzielle Schieflage der Stadt sind wird zum
Kapazitätsabbau gezwungen. So wie der GR zusammen mit der Vw
in den zurückliegenden Jahren das Angebot an Kindergartenplätze
dem Bedarf nach oben angepasst hat, so müssen wir zukünftig
Kapazität an Kindergartenplätzen abbauen.
Bedanken
will sich die UL an dieser Stelle bei den Mitarbeitern aller Kindergärten
- ich betone bei allen Mitarbeitern der Kindergärten - in der
Kernstadt als auch in den Teilorten. Dass in allen Kindergärten
Vorbildliches geleistet wird, zeigt das große Engagement der
Eltern. Mit Elternhilfe werden in den Kindergärten Gerätschaften,
Werkbänke, Hütten, Fluchttreppen u.v.m. repariert und
erstellt.
Dieses Elternengagement ist auch verständlich, geben sie doch
ihre Kinder in fremde Hände und einen Teil ihrer Erziehungsgewalt
an die Institution Kindergarten ab. Da will man natürlich wissen,
wo und wie ist das Kind untergebracht.
Umsichtiges
Umgehen mit Elternengagement
Mit diesem
elterlichen Engagement müssen wir und die Vw entsprechend umsichtig
umgehen. Eine besondre Verantwortlichkeit erwächst uns im Kindergartenbereich.
Sind sich doch die Experten darüber einig, dass in den ersten
10 Jahren die Fähigkeiten angelegt werden, die dem Einzelnen
dann ein Leben lang zur Verfügung stehen. Je breiter die Basis
aus dieser Zeit, desto leichter lernt der Mensch.
Neustrukturierung
notwendig
Deshalb
ist die UL der Meinung, dass wir heute keine der drei von der Vw
erarbeiteten Alternativen beschließen sollten. Vielmehr sollte
die Neustrukturierung der Kindergartenlandschaft mit allen Beteiligten
aller Kindergärten am runden Tisch diskutiert und erarbeitet
werden - und zwar nicht nur in Hinblick auf die aktuell notwendige
Reduzierung, sondern im Hinblick auf die auch die nächsten
Jahre notwendige Reduzierung. Ein Konzept aus einem Guss ist notwendig,
damit wir hier optimal vorgehen können.
Dabei
sollte das neue Kindergartengesetz - gültig erst seit dem 01.01.2004
- in vollem Umfang eingearbeitet werden. Der Vw kommt dabei eine
Gelenkfunktion zu und den kirchlichen und freien Trägern ist
nach dem Gesetz der Vorrang einzuräumen. Den Eltern muss deutlich
gemacht werden, dass das städtische Kindergartenangebot einen
ergänzenden Charakter hat, dass wir nur das anbieten können,
was die dritten Träger nicht leisten können bzw. wollen.
Und deshalb an dieser Stelle den Mitarbeitern in den städtischen
Kindergärten ein besonderes Dankeschön, dass sie trotz
dieser schwierigen, ergänzenden Situation ein ausgezeichnetes,
vollwertiges Programm anbieten. Was ich bei der Vorbereitung auf
diese Sitzung im Kindergarten Villa Wackelzahn und Spatzennest gesehen
hab, möchte ich der Stadt Bad Schussenried das Prädikat
"Kinderfreundlich" aussprechen und dies sollten wir trotz
aller erforderlichen Sparmaßnahmen nicht verspielen.
Runder
Tisch soll Konzept erarbeiten
Herr
BM Beetz hat mir in den Vorgesprächen zugesichert, dass er
in vier Wochen mit allen Beteiligten einen Gesprächstermin
anberaumen wird. Das ist doch schon der erste Schritt hin zum runden
Tisch. Wir vergeben uns heute nichts, wenn wir abwarten, was bei
diesem Gespräch heraus kommt - zu lange allerdings darf man
damit nicht mehr warten. Wir müssen den Eltern ein verlässliches
Konzept aufzeigen, wie es trotz Kapazitätsabbau weiter geht,
welcher Kindergarten gesonderte Öffnungszeiten anbieten kann.
Die UL ist der Meinung, der GR sollte abwarten, bis dieses Gesamtkonzept
vorliegt.
Antrag
Deshalb
unser Antrag: Die heutige Abstimmung wird verschoben. Die Verwaltung
ruft einen runden Tisch zusammen, dem Vertreter aller Kindergärten
angehören. Dieser runde Tisch erarbeitet ein Konzept, wie dieses
und die nächsten Jahre auf die überschüssigen Kindergartenplätze
reagiert wird. Um den Eltern eine gewisse Planungssicherheit zu
geben muss das Konzept dem GR spätestens in der Sitzung am
6.Mai zur Abstimmung vorliegen.
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